Menschlichkeit im Arbeitsleben

Menschlichkeit ist kein Soft Skill

Wenn in Unternehmen über Erfolg gesprochen wird, stehen häufig Zahlen, Strategien, Prozesse und Effizienz im Mittelpunkt. Das ist verständlich und wichtig. Doch oft wird übersehen, dass hinter jeder Kennzahl Menschen stehen. Menschen, die sich gesehen fühlen möchten. Menschen, die Anerkennung brauchen. Menschen, die Belastungen tragen, die von außen nicht immer sichtbar sind.

Lange Zeit wurde Menschlichkeit im Berufsleben als etwas betrachtet, das „nice to have" ist. Etwas, das man sich leisten kann, wenn Zeit dafür bleibt. Heute zeigt sich immer deutlicher: Menschlichkeit ist kein Zusatz. Sie ist eine Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.

Studien aus der Organisationspsychologie zeigen seit Jahren, dass Vertrauen, Wertschätzung und psychologische Sicherheit einen erheblichen Einfluss auf Motivation, Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit haben. Teams arbeiten erfolgreicher, wenn Menschen Fragen stellen dürfen, Fehler ansprechen können und sich nicht permanent schützen müssen.

Menschlichkeit bedeutet dabei nicht, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Im Gegenteil. Sie bedeutet, auch schwierige Themen respektvoll anzusprechen. Klar zu kommunizieren. Grenzen zu setzen und gleichzeitig die Würde des anderen zu achten.

Gerade in einer Zeit, in der Digitalisierung, Fachkräftemangel und Veränderungsdruck viele Unternehmen fordern, wird ein Faktor immer wichtiger: die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Vielleicht sollten wir deshalb häufiger fragen: Wie gehen wir miteinander um? Wie sprechen wir miteinander? Und was bleibt von unserem Handeln zurück, wenn die Zahlen des Quartals längst vergessen sind?

Menschlichkeit kostet oft weniger als gedacht. Ihr Fehlen dagegen kann sehr teuer werden.

— Daniela Britta Hamberger

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